Prof. Dr. Dr. Rademacher traf im Papst Johannes Haus auf eine interessierte Zuhörerschaft unter anderem aus den Reihen des BUND, der Pfadfinderschaft und kirchlich engagierten Menschen. Mehr als 70 Menschen waren gefesselt von seinem Vortrag, der die komplizierten weltwirtschaftlichen Zusammenhänge auf verständliche Weise verknüpfte. Ziel sei, die Globalisierung politisch zu gestalten und eine weltweite öko-soziale Marktwirtschaft zu etablieren. Der Marshall-Plan, der uns Europäern nach dem zweiten Weltkrieg Wohlstand brachte, müsse auf den ganzen Globus übertragen werden (Global Marshall Plan).
Die Ideen und Instrumente seien da, sie müssen “nur” umgesetzt werden. So haben zum Beispiel 191 Staaten im Jahr 2000 mit den Millenniumsentwicklungszielen einen entscheidenden Schritt hin zu einer gerechteren Weltordnung und einer nachhaltigen Entwicklung unterzeichnet.

Alle, die den Vortrag am 22.11. nicht besuchen konnten, können das jetzt im Internet nachholen: Unter www.bezirk-dueren.de/2007/marshall-video/ wiederholt Prof. Rademacher seine Worte gerne um weitere Menschen zu informieren - nur Fragen beantworten wird er nicht mehr.

Vortrag Global Marshall Plan Panorama

Prof Rademacher, Walter Jordans, Tobias Jordans (vrnl)

Prof Rademacher in Düren zum Global Marshall Plan

Wir haben keinen Mangel an Idee und Vorschlägen, so Rademacher in seinem Vortrag, wir kranken an der mangelnden Umsetzung. Als Beispiele nannte er neben den Millenniumszielen, die Tobin-Steuer, die Idee einer Welthandelssteuer, den Handel mit CO2 -Emissionsrechten und die Kerosinsteuer. Zudem gehe es um eine faire Mittelverteilung unter Ausschaltung von Korruption, beispielsweise mit Mikrokrediten und einheimischen Entwicklungspartnern.
Die Global Marshall Plan Initiative hat all diese in “lediglich” 5 Kernziele zusammengefasst und arbeite weltweit daran Unterstützer aus gesellschaftlichen Gruppen, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien eine breite Allianz zu bündeln.
Als ausdrücklich wichtig für diese Allianz nannte er die Personen Al Gore und unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel. “Wir brauchen eine Verzahnung von Umweltschutz und Sozialmaßnahmen mit der Welthandelsorganisation, mit dem Internationalen Währungsfonds und mit der Weltbank.” so Angela Merkel beim Weltwirtschaftforum in Davos.
Trotzdem sei Deutschland einer der vehementesten Gegner einer Steuer auf Finanztransaktionen (Tobin-Steuer). Da seien wir alle aufgerufen Politik und Wirtschaft daran zu erinnern, dass Reden und Handeln in Übereinstimmung zu bringen seien. Auf die Frage während der an den Vortrag anschließenden Diskussion, was man denn tun könne, sei das die zentrale Botschaft.

Sowohl Pfadfinder als auch der BUND sind sehr zufrieden mit dem gelungenen Abend und freuen sich über die sehr positiven Rückmeldungen aus den Reihen der Zuhörer.